Die Betroffenen berichten  von folgenden Vorteilen einer Traumagruppe:
1.    In der Gruppe erfahren sie das erste Mal nach dem Ereignis von anderen Betroffenen, dass ihre Veränderungen genauso oder sehr ähnlich erlebt wird.
2.    Aus dem anfänglichen Gefühl nicht sprechen zu können oder sich innerlich nicht konfrontieren zu wollen, entsteht langsam ein Auftauen, wenn jeder sein eigenes Tempo entwickeln darf und zu nichts gedrängt wird.
3.    Im Zuhören von anderen Erlebnissen und Schicksalen vergleicht der Betroffene seine eigenen inneren Erlebnisse. Die Unterstützung, dass jeder sein eigener Experte ist, ermöglicht ein Vertrauen in sich und andere.
4.    Da diese Gruppe offen ist und jederzeit akut Betroffene hinzukommen dürfen, entstand der Ritus sich jedes Mal wieder vorzustellen. Das ließ uns die Erkenntnis gewinnen, dass die immer wieder neu erzählte Geschichte mit neuen Details ergänzt wurde.  Nach dem 5. oder 6. Bericht kam die Rückmeldung: „es ist  nicht mehr so schlimm.“ Die belastende Spannung, ausgelöst durch die inneren Bilder, nahm mit der Häufigkeit des Berichtens ab. Da dieses eine Form der inneren Konfrontation ist, kann mit dem immer wieder Erzählen das eigene Tempo gewählt werden.  
5.    Da viele ein Misstrauen gegenüber Menschen erleben von denen sie sich nicht verstanden fühlen, baut sich  in der Gruppe ein neues Vertrauen auf. Dieses gibt mehr Sicherheit auch außerhalb der Gruppe. Da im Umfeld die seelische Wunde nicht gesehen wird, müssen sie sich ständig rechtfertigen.  In der Gruppe fühlen sie sich verstanden. Das entlastet sie sehr.
6.    Im Berufsleben, wo ein Weiterführen des Berufes durch das Trauma nicht mehr möglich ist, können die Betroffenen nicht sagen, dass es ihnen wieder gut geht. (  Lokführer) Es wird nicht verstanden, dass sie in der eingeschränkten Dienstfähigkeit  nicht mehr fahren zu müssen eine Entlastung erfahren.  Die Seele kann sich durch diese Sicherheit erst wieder erholen. Wenn sie berichten, dass es ihnen wieder gut geht, werden sie dazu gedrängt, das zu tun, was ihnen nicht mehr möglich ist.
7.    Das Trauma lässt eine Erinnerung an das Erlebte nur bruchstückhaft zu. Diese Menschen beschreiben, dass die Schilderungen anderer Gruppenmitglieder ihre eigenen Erinnerungen, die sie als versteckt erleben, anstoßen. Diese gelangen dann ins Bewusstsein und können in den Verarbeitungsprozess integriert werden.
8.    Der Verlust der Lebensqualität wird in der Gruppe besser kompensiert, da hier neue Qualitäten entdeckt und gefördert werden.

 gez. Sybille Jatzko  ( 2002)